Mit dem „Sprachkoffer“ nach Berlin

Seit elf Jahren gibt das Weiterbildungszentrum der Freien Universität Berlin ein Programm zur Förderung der Lese- und Sprachkompetenz von Kindern in Kooperation mit dem Bürgernetzwerk Bildung des VBKI Berlin, der Bürgerstiftung Berlin, LesArt e.V. und der Stiftung Lesen heraus. Zielgruppen sind Ehrenamtliche Lesepat/innen, Erzieher/innen und Bibliotheksbeschäftigte. Helene Nathan BibliothekMit den Themen Dialogisches Vorlesen/Einführung in die Literacy und Das Kostüm eines/r Vorlesers/In ist die Stimme! Die Kunst des Vorlesens bin ich auch in diesem Jahr wieder mit dem Sprachkoffer in Berlin unterwegs gewesen.

Am 08.10.2015 trafen sich interessierte Teinehmer/innen in der Helene-Nathan Bibliothek zum Thema Die Kunst des Vorlesens. Die Bibliothek im 4.Stock der ARCADEN ist ein Ort der Begegnungen. Viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten treffen sich hier um zu lesen, sich vorlesen zu lassen,  Hausaufgaben zu machen, sich auszutauschen und Kontakte zu pflegen. Der Seminiarraum liegt im Herzen der Bibliothek und ist, mit Blick über die Dächer von Neukölln, äusserst reizvoll. Die Teilnehmenden und ich haben uns hier sehr wohl gefühlt, was zum Gelingen des Tages beigetragen hat. Die Kunst des Vorlesens wurde in vielen Facetten geübt, wobei wir oft über uns selber gelacht haben. Sowohl die Sprechübungen mit einem Korken im Mund trugen zur allegmeinen Erheiterung bei, als auch die Texte. Wer kann bei Heinz Erhardt und Loriot schon ernst bleiben! Eine weitere, sehr schöne Bibliothek liegt in entgegengesetzter Richtung, im Osten von Berlin.IMG_3905 Die Pablo-Neruda Bibliothek. Die Fortbildung am 09.10.2015 zum Thema Dialogisches Vorlesen begann nach der Bergrüssung mit den Worten einer Teilnehmerin: „Das wird ein guter Tag!“ Und es wurde ein guter Tag. Alle Teilnehmer/innen waren von Anfang an mit Freude, guter Laune und Interesse bei der Sache. 2015-10-09 14.47.41Wir hatten einen regen Austausch, es wurden viele eigene Ideen eingebracht und bis zum Schluss herrschte ein Klima des kreativen Miteinander. Im nächsten Jahr packe ich wieder meinen Koffer und reise nach Berlin, worauf ich mich schon heute freue!

15. Internationale Tag der Muttersprachen

„Kennst du viele Sprachen, hast du viele Schlüssel für ein Schloss“

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Unter diesem Motto wurde erstmals in der Stadt Luzern der Internationale Tag der Muttersprachen gefeiert (vor 15 Jahren hatte die UNESCO diesen Tag installiert). In Zusammenarbeit mit dem „Treffpunkt Interkulturelle Bibliothek“ hatte ein Team des Sentitreffs ein vielfältiges Programm vorbereitet.

15. Internationale Tag der Muttersprachen

Keiner der beteiligten OrganisatorInnen konnte einschätzen, ob und wie viel Publikum erscheinen würde. Der Saal war geschmückt, die Materialien und Bücher lagen bereit, auch für Kaffee und Suppe war gesorgt.

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Ab 16 Uhr füllte sich der Saal rasch, es mussten immer wieder neue Stühle geholt werden. Zum Auftakt lasen 5 Frauen auf dem „Lesebänkli“ die Geschichte „Weisst du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“ (von Sam Mc Bratney) in 5 Sprachen: Persisch, Kurdisch, Amharisch, Berner Mundart und Deutsch.

Vorleserinnen

Spontane Darbietungen trugen in der Folge zum Gelingen des Programms bei: Schnabelwetzer (Zungenbrecher) in Schweizerdeutsch, Kurdisch, Tamilisch, Spanisch u.a. erfreuten das Publikum. Zwei russische Frauen animierten zum Tanzen, kurdische und syrische Gedichte wurden vorgetragen, unterlegt mit dem Tembur (einem landestypischen Instrument aus dem Osten Kurdistans), ebenso ein indisches und englisches Lied. Sketche aus dem Buch von „Was ist-ist was?“ von Max Huwyler zeigten auf köstliche Weise, wie man sich in Spanisch, Tamilisch und Deutsch missverstehen kann… Ein kolumbianischer Heilpädagoge trug die Geschichte „Der Hase mit der roten Nase“ in Gebärdensprache vor – eine weitere unter den vielen Muttersprachen (interessant war zu erfahren, dass die Gebärdensprache kantonal unterschiedlich ist)! Eine Autorin aus Luzern las eine Geschichte aus ihrer Kindheit vor, und zum Abschluss – vor der feinen Suppe – gab es noch einen Impuls zum Nachdenken über Sprache und Integration aus der Sicht eines Kindes.
Nachdem sich die letzten Gäste zufrieden, gesättigt und mit viel Lob zur Veranstaltung verabschiedet hatten, war den OrganisatorInnen klar, dass dieses Datum auch nächstes Jahr im Sentitreff-Programm Platz finden soll.

 

 

Lesen verleiht Flügel

Neue bilinguale Vorleserinnen in Luzern

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Zum zweiten Mal wurden in Luzern Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern zu bilingualen Vorleserinnen ausgebildet. Sieben Teilnehmerinnen eines Deutschkurses haben vom 24.10.- 04.12. 2014 einmal wöchentlich in der Zeit von 15.-17.00 Uhr an der Schulung im ZML(Zusammen leben Maihof Löwenplatz, Luzern) teilgenommen. Sie kommen aus Japan, Sri Lanka, Polen und Bangladesch. Die Teilnehmerinnen haben sich den Kinderbuchklassiker von Eric Carle „Die kleine Raupe Nimmersatt“  ausgesucht und ihn in die Landessprachen übersetzt. Im Anschluss daran erlernten sie die „Kunst des bilingualen Vorlesens“ (Deutsch und Landessprache) und stellten eigene Requisiten zur Präsentation des Buches her.

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Die Qualifizierung wurde, nach einer Bilderbuchpräsentation in 5 Sprachen, vor Publikum im Kindergarten Maihofzentrum erfolgreich abgeschlossen.

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Die „Raupe Nimmersatt“ reist in die Ostslowakei

Im Jahr 2011 habe ich auf Einladung der Grundschule Za Kasarnou und dem Goethe Institut das erste Mal Bratislava besucht.
Teilnehmerinnen in Kosice 2013s Dort traf ich auf eine muntere und interessierte Lehrerschaft, die sich mit mir eine Woche lang damit beschäftigte, Kinderliteratur auf kreative Weise zu vermitteln. Vieles war neu und deshalb gingen sie mit Elan und Freude an die Arbeit. Es folgten für mich weitere Gelegenheiten in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut und der Bibliothek, Lehrerfortbildungen in Bratislava anzubieten. Im Frühjahr 2013 begab ich mich von Bratislava aus in die Ostslowakei.
Die Reise führte mich zuerst nach Poprad, wo ich Lehrerinnen besuchte, die ich in Deutschland während mehrerer Schulungen in Bad Königshofen kennen gelernt habe. Von dort aus ging es weiter nach Kezmarok, Kosice (Kulturhauptstadt 2013) und Medzev (Metzenseifen). Die Landschaft und die Menschen der Ostslowakei haben mich nachhaltig beeindruckt. Überall, wo ich hinkam, wurde ich mit offenen Armen und den Worten „schön, dass Sie da sind“ begrüßt.
SONY DSC Auch in Kosice waren Lehrerinnen aus der nahen und weiteren Umgebung angereist, um Möglichkeiten der Vermittlung von Kinderliteratur kennen zu lernen.
Ihr Ziel war und ist es, das Kinder und Jugendliche Lust auf die deutsche Sprache bekommen.

Raupe Nimmersatt In den Grundschulen von Kezmarok und Medzev habe ich von der ersten bis zur vierten Klasse das Buch von Eric Carle „Die kleine Raupe Nimmersatt“ gelesen .Es war ihnen bis dahin noch nicht bekannt. Mit Interesse und Freude haben sie der Geschichte zugehört. Vielfältige, fächerübergreifende Aktionen zum Buch waren dank der Lehrkräfte möglich. Gemeinsam mit den Kindern haben wir gesungen, gestaltet und gemalt. Die Raupe war zum Abschluss der Reise in Kezmarok und Medzev „offen-sichtlich“ angekommen!

Mütter aus Russland, Litauen und dem Libanon erhalten ihre Zertifikate

Stuhr-Brinkum 01
Layal Sarrad, Anastasija Kister, Kristina Sergeev und Ieva Kuprinskiene (v.l.) haben erfolgreich an einem Workshop für bilinguale Lesepatinnen teilgenommen.
Sie erhalten in der Kita Brinkum Meyerstraße ihre Urkunden.

Brinkum
Unter anderem mit der Absicht, Eltern mit Migrationshintergrund stärker in den Alltag von Kindergärten und Grundschulen einzubeziehen, finanziert der Landkreis Diepholz ein Projekt zur Schulung von Lesepaten in Kindertagesstätten und Grundschulen. Gestern haben Kristina Sergeev und Anastasija Kister (beide aus Russland) sowie Ieva Kuprinskiene (Litauen) und Layal Sarrad (Libanon) in der Brinkumer Kindertagesstätte an der Meyerstraße ihre Zertifikate aus der Hand von Christina Runge, Fachdienstleiterin und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises erhalten. Die vier Frauen haben sich im Oktober während eines dreitägigen Workshops in der Brinkumer Bücherei zu Lesepatinnen ausbilden lassen. Trainerin Karin Kotsch leitete sie im Umgang mit mehrsprachiger Kinderliteratur an. Wie wählt man Bücher und Geschichten aus? Wie können Kinder zum Zuhören verführt werden? Diese und andere Themen waren Gegenstand der Schulung. „Eine gute sprachliche Integration geht nur über eine Förderung der Muttersprache“, lautet eines der Ziele des Projekts, das die Gemeinde Stuhr begleitet. In der Vergangenheit habe man die Möglichkeit unterschätzt, Kindern von klein auf eine zweite Sprache mit auf den Weg zu geben. „Wir wollen diesen Schatz heben“, bringt Christina Runge das Motiv für das Projekt auf den Punkt. „Bevor ich eine Fremdsprache erlerne, muss ich mich in meiner Muttersprache zu Hause fühlen“, sagt sie. „Sprache fördern durch ein Fenster zu anderen Kulturwelten“, lautet das Thema. „Einige Kinder verstehen jetzt auch schon ein paar Wörter Arabisch“, sagt Layal Sarrad erfreut. Sie las gestern in der Bärengruppe aus einem zweisprachigen Bilderbuch vor. Der Erste Gemeinderat Ulrich Richter war bei der Lesestunde ebenfalls zu Gast und merkte sich das arabische Wort „Radda“ für „Mittagessen“. Auch in der Schmetterlings- und der Katzengruppe wurde an diesem Tag Seite für Seite zweisprachig vorgelesen: Auf Deutsch und in der Muttersprache der Vorleserin. Nicht nur die Kinder profitieren von dem Projekt, sondern auch die Lesepatinnen selbst. Anerkennung und ein gestärktes Selbstbewusstsein nennen sie als positive Effekte ihrer Tätigkeit in der Brinkumer Einrichtung. Insgesamt haben bisher neun Lesepaten an dem geförderten Vorhaben teilgenommen; aber es sollen noch mehr werden. „Wir betreuen hier in der Einrichtung 200 Kinder in elf Gruppen und haben 20 verschiedene Sprachhintergründe“, erklärt Heide Berwing, Leiterin der Kita in Brinkum. „Die ausgebildeten vier Lesepatinnen wollen jetzt auch andere Eltern anderer Nationalitäten anleiten und motivieren, die sich bisher nicht getraut haben, selbst bei einem der Workshops mitzumachen.“
Copyright 19.11.2014 Kreiszeitung Brinkum

Die neue Art des Vorlesens

Zertifikatsübergabe SykeBilinguale Lesepaten erhalten Zertifikate. Weitere Kurse im Herbst geplant.
Damit Kinder mit Migrationshintergrund ihre Muttersprache auch in Deutschland literarisch kennenlernen, gibt es bilinguale Lesepaten. Diese bringen ihnen die fremdsprachigen Bücher spielend näher. Neue Lesepaten aus Syke und Bassum wurden gestern in Syke vorgestellt. Weiterlesen

Luzern ist mehrsprachig

Internationaler Tag gegen Rassismus

Am 21. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, setzte die Stadt Luzern auch 2014 ein besonderes Zeichen für ein respektvolles Miteinander und gegen Diskriminierung. Unter dem Motto „Luzern ist mehrsprachig“ wurde im Foyer des Luzerner Theaters in vielen Sprachen gesungen, gesprochen und vorgelesen.

Mitwirkende an diesem Tag waren unter anderem Zewdinesh Bezanie aus Äthiopien, Nazar Tazik und Nahid Zahedi aus dem Iran und Ainagül Mamyrbaeva aus Kirgistan. Ausgehend von der Idee, ihre Mehrsprachigkeit dem eingeladenen Publikum zu präsentieren, suchten sie mit Karin Kotsch, der freischaffenden Literaturpädagogin, einen geeigneten Buchtitel zum Vorlesen aus. Schnell fiel die Wahl auf „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ von Martin Baltscheit. Die Teilnehmerinnen übersetzten zuerst das Buch in ihre Herkunftssprachen amharisch (Zed), persisch (Nahid), kurdisch (Nazar) und kirgisisch (Ainagül), was nicht immer einfach war und wurden dann von Karin Kotsch in die Kunst des Vorlesens eingeführt. Das Ergebnis war beeindruckend: Deutlich war zu hören, dass die Muttersprache ihnen auf der Zunge und am Herzen liegt. „Mit dieser Leseaktion wollen wir mehrsprachige Eltern ermutigen, dass sie ihren Kindern auch in ihrer Muttersprache vorlesen“, erklärt Sibylle Stolz Niederberger, Integrationsbeauftragte der Stadt Luzern. Weiterlesen

„Nein“ heisst auf Kirgisisch Jok (Dschok)

Begeistertes Publikum im Theater Luzern.
Zewdinesh Bezanie aus Äthiopien, Nazar Tazik und Nahid Zahedi aus dem Iran und Ainagül Mamyrbaeva aus Kirgisistan lasen am Tag gegen Rassismus, dem 21.03.2014 in den Sprachen kurdisch, persisch, kirgisisch, amharisch und deutsch „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ einem geladenen Publikum im Theater Luzern vor.

Ainagül

Zed

Nazar

Nahid

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem die Headsets eingestellt und der Soundcheck durchgeführt war, stieg die Spannung bei den Vorleserinnen. Um 15.30 Uhr war es dann endlich soweit. Das mehrsprachige Vorlesen begann.

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„Ohrenblicke“ auf der Lese-Bank

„Ohrenblicke“ auf der Lese-Bank

Nach dem Erfolg der Lesung im Theater Luzern am 21.03.2014 zum Tag gegen Rassismus nahmen die Vorleserinnen Nazar, Nahid, Ainagül und Zed am Samstag, den 22.03.2014 in der Zeit von 10.00-13.00 Uhr auf der Lese-Bank vor der Kornschütte Platz, um „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ in der deutschen Sprache, sowie ihren Herkunftssprachen kurdisch, persisch, kirgisisch und amharisch vorzulesen.

„Ohrenblicke“ auf der Lese-Bank

Passanten blieben stehen, Mütter mit Kleinkindern an der Hand und im Kinderwagen lauschten der Geschichte und zwischendurch stellten sie immer wieder die Frage:
Welche Sprachen werden dort vorgelesen?
Die Zuhörer/innen kamen nach der Lesung mit den Vorleserinnen ins Gespräch und waren interessiert an der Geschichte, der Mehrsprachigkeit des Vorlesens, der Herkunft der Vorleserinnen, der Verweildauer in der Schweiz und vieles mehr. Fremd klingende Sprachen wurden so zu Wegweisern und Vermittlern zwischen den Kulturen.

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